MPU Kosten 2026: Was die Untersuchung kostet und wer zahlt
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Stand: April 2026 | Geprüft: Rechtsanwalt Roland Sedlmeier, Fachanwalt für Verkehrsrecht
- Gesamtkosten einer MPU: 1.500–3.000 € (Begutachtung, Abstinenz, Vorbereitung, Neuerteilung)
- Begutachtung allein: 400–800 € je nach Anlass
- Größter Kostentreiber: Abstinenznachweis (6 oder 12 Monate Urinscreening oder Haaranalyse)
- Kostenträger: Selbstzahler, in Einzelfällen Jobcenter oder Arbeitgeber
- Kosten sparen: MPU-Anordnung anwaltlich prüfen lassen, bevor Sie zahlen
MPU angeordnet? Lassen Sie die Anordnung kostenlos durch einen Fachanwalt prüfen.
Eine MPU ist teuer. Die Begutachtung selbst macht dabei nur einen Bruchteil der Gesamtkosten aus. Abstinenzprogramme, verkehrspsychologische Vorbereitung und die Neuerteilung der Fahrerlaubnis summieren sich schnell auf mehrere Tausend Euro. Dieser Ratgeber schlüsselt alle Kostenpositionen auf, zeigt die Unterschiede je nach Anlass (Alkohol, Drogen, Punkte) und erklärt, in welchen Fällen Sie die Kosten komplett vermeiden können.
Was kostet eine MPU? Überblick über die Gesamtkosten
Die meisten Betroffenen rechnen nur mit der Begutachtungsgebühr. Tatsächlich setzt sich die MPU aus 4 Kostenpositionen zusammen:
| Kostenposition | Kostenrahmen |
|---|---|
| Begutachtung (Begutachtungsstelle) | 400–800 € |
| Abstinenznachweis (Urinscreening / Haaranalyse) | 350–2.000 € |
| Vorbereitung (Verkehrspsychologe) | 400–2.000 € |
| Neuerteilung der Fahrerlaubnis | ca. 200 € |
| Gesamtkosten | 1.500–3.000 € |
Die Spanne ist groß, weil sie vom Anlass der MPU abhängt. Eine Punkte-MPU ohne Abstinenzauflage liegt am unteren Ende. Eine Drogen-MPU mit 12 Monaten Abstinenzkontrolle am oberen.
MPU Kosten 2026 im Überblick: Die Gesamtkosten einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) liegen zwischen 1.500 und 3.000 €. Die reine Begutachtung kostet 400–800 €. Hinzu kommen Abstinenzprogramme (350–2.000 €), verkehrspsychologische Vorbereitung (400–2.000 €) und die Neuerteilung der Fahrerlaubnis (ca. 200 €). Die Gebühren der Begutachtungsstellen richten sich nach der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt), Anlage zu § 1.
Quellen: GebOSt, Anlage zu § 1; Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), MPU-Jahresbericht
MPU-Kosten nach Anlass: Alkohol, Drogen, Punkte, Straftaten
Der Anlass der MPU bestimmt den Umfang der Begutachtung und damit die Gebühr. Zusätzlich beeinflusst er, ob ein Abstinenznachweis erforderlich ist.
| Anlass | Begutachtung | Abstinenz erforderlich? | Typische Gesamtkosten |
|---|---|---|---|
| Alkohol (ab 1,6 Promille) | 450–550 € | Ja (6 oder 12 Monate) | 1.800–2.800 € |
| Drogen | 550–750 € | Ja (12 Monate Regelfall) | 2.000–3.000 € |
| Punkte (8+ in Flensburg) | 400–500 € | Nein | 1.000–1.800 € |
| Straftaten im Straßenverkehr | 500–700 € | Fallabhängig | 1.500–2.500 € |
Alkohol und Drogen sind die häufigsten MPU-Anlässe (zusammen über 70 % aller Begutachtungen laut BASt). Sie sind gleichzeitig die teuersten, weil in fast allen Fällen ein Abstinenznachweis gefordert wird.
Sonderfall: MPU wegen Alkohol unter 1,6 Promille
Die Fahrerlaubnisbehörde kann auch bei weniger als 1,6 Promille eine MPU anordnen, wenn Zusatzumstände vorliegen: wiederholte Alkoholfahrten, ein Unfall unter Alkoholeinfluss oder begleitender Drogenkonsum. In diesen Fällen ist die Anordnung rechtlich angreifbar. Die Kosten für die anwaltliche Prüfung liegen deutlich unter den MPU-Kosten selbst.
Kostentabelle im Detail: Jede Position aufgeschlüsselt
Begutachtung: 400–800 €
Die Begutachtung findet bei einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle statt (TÜV, DEKRA, AVUS, pima-mpu und weitere). Die Gebühr richtet sich nach der GebOSt und hängt vom Untersuchungsumfang ab. Bei kombinierten Fragestellungen (z. B. Alkohol und Punkte) liegt die Gebühr höher als bei einer einzelnen Fragestellung.
| Begutachtungsstelle | Alkohol-MPU | Drogen-MPU | Punkte-MPU |
|---|---|---|---|
| TÜV | ca. 500 € | ca. 700 € | ca. 450 € |
| DEKRA | ca. 490 € | ca. 680 € | ca. 440 € |
| Andere (AVUS, pima-mpu etc.) | 450–550 € | 600–750 € | 400–500 € |
Sie dürfen die Begutachtungsstelle frei wählen (§ 11 Abs. 6 FeV). Vergleichen Sie die Gebühren. Die Unterschiede betragen bis zu 100 € pro Untersuchung.
Abstinenznachweis: 350–2.000 €
Ein Abstinenznachweis ist bei fast allen Alkohol- und Drogen-MPUs erforderlich. Es gibt 2 Methoden:
| Methode | Dauer | Kosten | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Urinscreening | 6 Monate (6 Tests) | 350–600 € | Kurzfristige Einbestellung, Termine nicht planbar |
| Urinscreening | 12 Monate (12 Tests) | 500–1.000 € | Standard bei Drogen-MPU |
| Haaranalyse | 3–6 Monate pro Analyse | 150–300 € pro Analyse | 2 Analysen im Abstand von 6 Monaten üblich |
Die Haaranalyse ist pro Einzeltermin teurer, erfordert aber weniger Termine. Bei 12 Monaten Abstinenz mit 2 Haaranalysen liegen die Kosten bei 300–600 €. Das Urinscreening über 12 Monate kostet 500–1.000 €. Die geforderten Abstinenzzeiten (6 oder 12 Monate) legt die Begutachtungsstelle vorab fest. Besprechen Sie frühzeitig, welche Methode akzeptiert wird.
Vorbereitung: 400–2.000 €
Die MPU-Vorbereitung ist freiwillig, aber dringend empfohlen. Ohne Vorbereitung scheitern laut Branchenangaben rund die Hälfte aller Teilnehmer beim ersten Versuch. Ein gescheiterter Versuch kostet erneut 400–800 € Begutachtungsgebühr.
| Vorbereitungsform | Umfang | Kosten |
|---|---|---|
| Einzelberatung (Verkehrspsychologe) | 5–15 Sitzungen | 80–150 € pro Sitzung |
| Gruppenkurs | 8–12 Sitzungen | 400–800 € gesamt |
| Kombination | Gruppe + Einzelsitzungen | 800–1.500 € |
| Online-Kurs | variabel | 200–500 € |
Achten Sie darauf, dass der Verkehrspsychologe eine verkehrspsychologische Qualifikation nach § 71 FeV besitzt. Billigangebote ohne diese Qualifikation sind wirkungslos. Manche Anbieter werben mit einer „Probe-MPU" oder „Erfolgsgarantie". Beides gibt es rechtlich nicht. Eine Probe-MPU simuliert lediglich das Gutachtergespräch, hat aber keinen verbindlichen Charakter. Kein seriöser Anbieter kann eine bestandene MPU garantieren.
Neuerteilung der Fahrerlaubnis: ca. 200 €
Nach bestandener MPU müssen Sie die Fahrerlaubnis bei der Fahrerlaubnisbehörde neu beantragen. Die Verwaltungsgebühr liegt bei 130–180 €. Hinzu kommen ein aktuelles Passbild, ein Sehtest (ca. 7 €) und ggf. ein Erste-Hilfe-Kurs-Nachweis. Die Gesamtkosten für die Neuerteilung betragen rund 200 €.
Wer zahlt die MPU?
Die MPU ist grundsätzlich Sache des Betroffenen. Es gibt keine gesetzliche Pflicht zur Kostenübernahme durch Dritte. Trotzdem existieren Möglichkeiten, die Kosten ganz oder teilweise erstattet zu bekommen.
Selbstzahler (Regelfall)
Über 90 % aller MPU-Teilnehmer tragen die Kosten selbst. Die Begutachtungsstelle verlangt die Gebühr vor Beginn der Untersuchung. Vorbereitung und Abstinenzprogramme werden separat abgerechnet.
Rechtsschutzversicherung
Die Verkehrsrechtsschutzversicherung übernimmt die MPU-Kosten in aller Regel nicht. Die meisten Policen schließen „Maßnahmen zur Wiederherstellung der Fahreignung" explizit aus. Was die Rechtsschutzversicherung aber übernimmt: die anwaltliche Prüfung der MPU-Anordnung und einen eventuellen Widerspruch. Wenn die Anordnung erfolgreich angefochten wird, entfallen die MPU-Kosten komplett.
Jobcenter und Arbeitsagentur
Wer Bürgergeld bezieht und den Führerschein nachweislich für die berufliche Eingliederung benötigt, kann beim Jobcenter einen Antrag auf Kostenübernahme stellen (§ 44 SGB III, § 16 SGB II). Die Bewilligung liegt im Ermessen des Sachbearbeiters. Ein konkretes Jobangebot, das einen Führerschein voraussetzt, verbessert die Chancen erheblich.
Arbeitgeber
Berufskraftfahrer (Lkw, Bus, Taxi) können in Einzelfällen mit dem Arbeitgeber eine Kostenbeteiligung vereinbaren. Eine rechtliche Verpflichtung des Arbeitgebers besteht nicht. In der Praxis beteiligen sich Speditionen oder Busunternehmen gelegentlich an den Kosten, um erfahrene Fahrer zu halten.
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Jetzt kostenlos prüfen lassenMPU-Kosten sparen: Anordnung anfechten
Der wirksamste Weg, MPU-Kosten zu sparen, ist die Prüfung der Anordnung selbst. Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet die MPU per Verwaltungsakt an. Dieser Verwaltungsakt muss bestimmte rechtliche Voraussetzungen erfüllen. Sind diese nicht gegeben, können Sie Widerspruch einlegen.
Wann ist die MPU-Anordnung anfechtbar?
Typische Fehler der Fahrerlaubnisbehörde:
- Fehlende Rechtsgrundlage: Die Behörde ordnet eine MPU an, obwohl die gesetzlichen Voraussetzungen (§ 13 oder § 14 FeV) nicht erfüllt sind.
- Verhältnismäßigkeit: Bei einem einmaligen Alkoholdelikt unter 1,6 Promille ohne Ausfallerscheinungen kann die Anordnung unverhältnismäßig sein.
- Fristverstoß: Liegt die Tat lange zurück und hat sich der Betroffene seitdem nichts zuschulden kommen lassen, kann die Anordnung nach Jahren rechtswidrig sein.
- Formfehler: Fehlende Begründung, falsche Fragestellung oder unzureichende Anhörung vor der Anordnung.
Was der Widerspruch kostet und was er spart
Die anwaltliche Prüfung der MPU-Anordnung kostet je nach Aufwand 300–800 €. Bei einem erfolgreichen Widerspruch sparen Sie 1.500–3.000 € an MPU-Kosten. Die Rechtsschutzversicherung deckt die Anwaltskosten für den Widerspruch in den meisten Fällen ab, weil es sich um ein verwaltungsrechtliches Verfahren handelt.
MPU-Anordnung anfechten: Die MPU-Anordnung ist ein Verwaltungsakt der Fahrerlaubnisbehörde. Gegen diesen Verwaltungsakt kann Widerspruch eingelegt werden (§§ 68 ff. VwGO). Typische Angriffspunkte sind fehlende Rechtsgrundlage (§ 13, § 14 FeV), Unverhältnismäßigkeit bei einmaligen Delikten unter 1,6 Promille und Formfehler in der Begründung. Die Anwaltskosten für die Prüfung (300–800 €) werden von der Verkehrsrechtsschutzversicherung in der Regel übernommen.
Quellen: § 13 FeV; § 14 FeV; §§ 68 ff. VwGO
Alternative: MPU vermeiden durch Fristablauf
Nach Entzug der Fahrerlaubnis wegen Alkohol oder Drogen können Sie die Fahrerlaubnis nach Ablauf einer bestimmten Frist auch ohne MPU neu beantragen. Die Tilgungsfrist beträgt in der Regel 10 Jahre ab Rechtskraft der Entscheidung (§ 29 StVG). Danach wird die Eintragung aus dem Fahreignungsregister gelöscht und die Behörde kann keine MPU mehr verlangen. Ob 10 Jahre ohne Führerschein wirtschaftlich vertretbar sind, hängt von der individuellen Situation ab.
Häufige Fragen zu MPU-Kosten
Die Gesamtkosten einer MPU liegen zwischen 1.500 und 3.000 €. Darin enthalten sind die Begutachtung (400–800 €), Abstinenzprogramme (500–2.000 €), die verkehrspsychologische Vorbereitung (400–2.000 €) und die Neuerteilung der Fahrerlaubnis (ca. 200 €). Der tatsächliche Betrag hängt vom Anlass und der erforderlichen Abstinenzdauer ab.
Die reine Begutachtung bei einer amtlich anerkannten Begutachtungsstelle kostet zwischen 400 und 800 €. Bei einer Alkohol-MPU rechnen die meisten Stellen mit 450–550 €, bei Drogen-MPU mit 550–750 €. Die Gebühren richten sich nach der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt), Anlage zu § 1.
In der Regel nicht. Die meisten Verkehrsrechtsschutz-Policen schließen die MPU-Begutachtung und Vorbereitung aus. Einzelne Tarife übernehmen die Kosten einer verkehrspsychologischen Beratung. Prüfen Sie Ihre Police oder fragen Sie direkt bei Ihrem Versicherer nach. Ein Anwalt kann klären, ob die MPU-Anordnung selbst anfechtbar ist, was von der Rechtsschutzversicherung gedeckt sein kann.
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Wenn der Führerschein nachweislich für die berufliche Eingliederung erforderlich ist, kann das Jobcenter oder die Arbeitsagentur die MPU-Kosten ganz oder teilweise übernehmen (§ 44 SGB III). Ein formloser Antrag mit Begründung der beruflichen Notwendigkeit genügt. Die Bewilligung liegt im Ermessen des Sachbearbeiters.
Viele Begutachtungsstellen (TÜV, DEKRA, pima-mpu) bieten Ratenzahlung an. Die Konditionen variieren: Üblich sind 3 bis 12 Monatsraten, teilweise zinsfrei. Auch einzelne Verkehrspsychologen ermöglichen Ratenzahlung für die Vorbereitung. Fragen Sie vor Beginn der Maßnahme nach den Zahlungsoptionen.
Ein Abstinenzprogramm über 6 Monate kostet 350–600 € (6 Urinscreenings). Über 12 Monate sind es 500–1.000 €. Eine einzelne Haaranalyse kostet 150–300 € und deckt je nach Haarlänge 3 bis 6 Monate ab. Die Kosten hängen vom Labor und der Region ab.
In Ausnahmefällen ja. Wenn der Führerschein nachweislich für die Berufsausübung erforderlich ist, können die MPU-Kosten als Werbungskosten geltend gemacht werden. Das Finanzamt verlangt den Nachweis der beruflichen Notwendigkeit. Ohne diesen Zusammenhang gelten die Kosten als private Lebensführung und sind nicht absetzbar.
Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet eine MPU ab 1,6 Promille an (§ 13 Satz 1 Nr. 2c FeV). Bei wiederholten Alkoholdelikten im Straßenverkehr kann sie auch unterhalb von 1,6 Promille angeordnet werden. Bei Drogen am Steuer reicht bereits der erste Verstoß für eine MPU-Anordnung.
Ohne MPU gibt es keine neue Fahrerlaubnis. Die Fahrerlaubnisbehörde setzt eine Frist, innerhalb derer das Gutachten vorgelegt werden muss. Verstreicht die Frist, wird die Nichteignung vermutet und die Fahrerlaubnis bleibt entzogen. Prüfen Sie Ratenzahlung, Jobcenter-Förderung oder den Widerspruch gegen die MPU-Anordnung als Alternativen.
Ja, besonders in 2 Fällen: Erstens kann ein Anwalt prüfen, ob die MPU-Anordnung rechtlich haltbar ist. Ist sie es nicht, entfallen sämtliche Kosten. Zweitens berät ein Anwalt zur Strategie (z. B. freiwillige MPU vs. Widerspruch) und vermeidet teure Fehlversuche. Eine gescheiterte MPU kostet erneut 400–800 € Begutachtungsgebühr.
Nächste Schritte: MPU-Anordnung prüfen lassen
Bevor Sie in Abstinenzprogramme, Vorbereitung und Begutachtung investieren, sollte ein Fachanwalt prüfen, ob die MPU-Anordnung überhaupt rechtmäßig ist. Rechtsanwalt Roland Sedlmeier, Fachanwalt für Verkehrsrecht, prüft Ihre Anordnung kostenlos und unverbindlich. Bei einer anfechtbaren Anordnung sparen Sie die gesamten MPU-Kosten von 1.500 bis 3.000 €.
MPU angeordnet? Anordnung kostenlos prüfen lassen.
Weitere Informationen: Einspruch gegen den Bußgeldbescheid | Punkte in Flensburg | Alkohol und Drogen am Steuer | Kostenlose Prüfung